Lothar von Kübel

 Wer war Lothar von Kübel?

Wer war der Mann, dem unsere Schule seinen Namen verdankt? Um es gleich vorwegzunehmen:

Lothar von Kübel, nach dem unsere Schule 1974 benannt wurde, war ein (Weih-) Bischof. Er war ein Mann, der mutig zu seiner Meinung stand und dafür auch Nachteile in Kauf nahm.


Lothar war ein Sinzheimer

Es sind mittlerweile bald zwei Jahrhunderte vergangen, seitdem der kleine Lothar in einem einfachen Bauernhaus in der Litzlung geboren wurde. Lothar war ein vorzüglicher Schwimmer und rettete seinem Schulkameraden Max Link das Leben, nachdem dieser von einem Strudel beim Baden im Rhein erfasst worden war. Schon als kleiner Junge hatte er den Wunsch, Priester zu werden. Da er ein sehr begabter und fleißiger Schüler war., studierte er später in Freiburg Theologie. Seine Eltern erlebten leider nicht mehr, wie er zum Priester geweiht wurde. Aber für den Ort Sinzheim war das ein großes Fest.


Lothar Kübel hatte besondere Aufgaben

Nur kurze Zeit war er als Kaplan in verschiedenen Pfarreien. Seine Hauptaufgabe war über zwanzig Jahre lang die Ausbildung der jungen Männer, die wie er Priester werden wollten. Es war keine leichte Zeit für die Kirche, in der er diese Aufgabe ausübte. Baden war damals ein eigenes Großherzogtum, und die badische Regierung in Karlsruhe lag mit der katholischen Kirche im Streit.

Darf es kirchliche Schulen geben oder müssen alle dem Staat gehören? Was müssen die jungen Priester lernen und was nicht? Wozu sind Klöster da? Wer hat zu bestimmen, wer Bischof wird?

Mit solchen und ähnlichen Streitereien hatte sich Lothar Kübel herumzuschlagen.


Lothar Kübel sollte Erzbischof werden

Der Erzbischof von Freiburg war schon sehr alt. Er machte sich Gedanken, wer wohl sein Nachfolger werden könnte. Es sollte ein Mann sein, der klug und vorsichtig, aber auch eindeutig und bestimmt der badischen Regierung gegenübertreten konnte. Sein Wunschkandidat war Lothar Kübel und alles sah danach aus, dass er einmal der neue Erzbischof von Freiburg werden wird. Man wählte ihn zum Domdekan und weihte ihn auch bald mit Zustimmung des Papstes zum Weihbischof (1867). Er sollte dem Erzbischof bei seinen Aufgaben helfen, vor allem bei der Spendung der vielen Firmungen überall im Land. Bald danach starb der alte Erzbischof und Lothar Kübel sollte sein Nachfolger werden. Dazu mussten der Papst und die Regierung zustimmen. Die badische Regierung in Karlsruhe sagte jedoch nein, da sie einen anderen Wunschkandidaten hatten. Aber der Papst machte ihn trotzdem zum „Erzbistumsverweser“. Das ist so etwas wie ein vorläufiger Bischof. Und das blieb er sein Leben lang, vierzehn Jahre. Auch als ihm der württembergische König den Adelstitel verlieh – von jetzt an hieß er Lothar von Kübel – versagte ihm die badische Regierung die Zustimmung zum Amt des Erzbischofs von Freiburg.


Lothar von Kübel: Arbeit eines Erzbischofs

Obwohl er nicht so genannt werden durfte, erledigte er alle Aufgaben eines Erzbischofs in hervorragender Weise. In nervenaufreibenden Verhandlungen verteidigte er immer wieder zäh die Rechte der Kirche. Einmal wurde er deshalb sogar vor Gericht gestellt, ein andermal wurden ihm beinahe seine Möbel gepfändet. Aber viel lieber als die hohe Politik war ihm der Kontakt zu den Menschen. Im Laufe seiner Arbeitszeit besuchte er alle Pfarreien seines Erzbistums mindestens einmal. Das waren damals fast 850 Pfarrgemeinden vom Main bis an den Bodensee. Dann spendete er den jungen Leuten die Firmung, predigte und sah nach dem Rechten.

Überall wurde er begeistert empfangen. Vor allem die einfachen Leute liebten ihren Bischof – auch wenn er dies aus offizieller Sicht gar nicht recht war. Denn Lothar von Kübel kannte die Sorgen und Nöte der Menschen. War er ja ursprünglich ein Bauernbub aus der Litzlung.


Lothar von Kübel musste früh sterben

Die Streitereien mit dem Staat und die unermüdliche Arbeit zehrten an seinen Kräften. Er wollte sich in St. Peter im Schwarzwald von einem leichten Schlaganfall erholen, als er im Jahre 1881 mit nur 58 Jahren an einem Herzinfarkt starb. Er wurde im Freiburger Münster beerdigt.

Wer einmal nach Freiburg kommt, kann dort eine Steinplatte mit seinem Namen und ein Denkmal entdecken. Auch in der Sinzheimer Kirche ist eine Erinnerungstafel an ihn über der Sakristeitür zu finden. Schließlich hat er den Sinzheimern sein Vermögen vererbt als Beitrag zum Bau der neuen Kirche. Auch in unserer Schule findet man im Hof einen Gedenkstein und im Südflügel eine Erinnerungsbüste. Die Schulleiter der Realschule, Grund- und Hauptschule schlugen Anfang der 70iger-Jahre dem Gemeinderat vor, den Namen Lothar von Kübel für die Schule zu wählen.




Weitere Informationen zu Lothar von Kübel erhalten Sie hier.


Zuletzt geändert: Mittwoch, 7. März 2018, 17:58